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Am 20.06.06 brachen wir, eine Gruppe von elf Studenten im Alter von 19-21 Jahren aus Steinfurt, Emsdetten, Lotte, Mettingen, Tecklenburg und Ibbenbüren, in Richtung Simbabwe auf. Auf die Situation und die Probleme im Land wurden wir von Volker Rotthauwe, Leiter der Jubi in Nordwalde und Reinhold Hemker, Bundestagsabgeordneter der SPD und Vorsitzender der Deutsch - Simbabwischen Gesellschaft vorbereitet.

Simbabwe – Südrhodesien als ehemalige englische Kolonie – liegt im Südosten Afrikas. Die Stimmung im Land wird durch die harte Machtausübung des Präsidenten Robert Mugabe und dessen Partei (ZANU-PF), die seit der Unabhängigkeit 1980 an der Macht ist, stark beeinflusst. Probleme des Landes sind unter anderem die Hungersnot und eine AIDS-Rate von 30%. Oft gibt es keinen Strom, kein Wasser und kein Benzin. Selbst in den größten Städten, wie Harare und Bulawayo, fällt oft für Stunden der Strom aus. Die Inflation betrug 1300% (weiter steigend) und zerstört das ganze Land. So stieg der Preis für ein Brotlaib innerhalb von 2 Wochen von 150000 Zim$ auf 200000 Zim$. 100000 Zim$ entsprach ungefähr 78 Eurocent.

Im Gegensatz zu dem heißen Juli/August in Deutschland ist in Simbabwe zu dieser Zeit Winter. Es scheint zwar den ganzen Tag die Sonne, aber es ist relativ windig und die Temperaturen belaufen sich tagsüber auf ca. 25 Grad, nachts gehen sie bis auf 5 Grad hinunter. In Simbabwe wird Englisch, Shona und Nbdele gesprochen. Zu Hause und unter sich sprechen sie diese Sprachen, erst ab der dritten Klasse der Primary School lernen die Kinder Englisch.


Unsere Reise lässt sich in drei Stationen unterteilen: Nach der Landung in Harare blieben wir in der Hauptstadt des Landes um uns an das Land zu gewöhnen, die Stadt kennen zu lernen und um uns über die Entwicklungsarbeit in dem Land zu informieren. Wir besuchten die Konrad-Adenauer-Stiftung, die sich um benachteiligte Menschen in Rechtsfragen kümmert und die Deutsch-Simbabwische Gesellschaft, die in Zusammenarbeit mit dem Goetheinstitut Deutschkurse anbietet und damit Studenten ermöglicht ein Jahr im Ausland zu verbringen. Beide Institutionen konnten wir mit einer Geldspende unterstützen. Des weiteren stand auch ein Treffen mit der deutschen Botschafterin in Simbabwe auf dem Programm, die sehr interessiert daran war zu hören, was wir in dem Land vorhatten. Nur wenige Tage vor uns wurde auch die Band TELE in der Botschaft empfangen.. Später besuchten wir ein Behindertenheim in Harare. Es war sehr beeindruckend zu sehen wie sich die Erzieherinnen mit viel Mühe, unter schwierigen Bedingungen, und ohne viel Geld zu Verfügung zu haben aufopferungsvoll um die Kinder kümmerten. Aber auch touristische Aktionen standen auf dem Programm, wie der Besuch im Lion&Cheetah Park, einem Wildtierpark oder aber auch ein Besuch in dem Skulpturendorf Tengenenge, in dem ca. 60 Familien in einer Gemeinschaft leben und afrikanische Skulpturen herstellen.

Am 30.06.07 begann Teil Zwei der Reise: Wir fuhren wir nach Gokwe, eine der ärmsten Städte Simbabwes, ins Workcamp. Gokwe liegt ca. 400km südwestlich von Harare. In dem dort stattfindendenen Workcamp bauten wir zusammen mit anderen simbabwischen Jugendlichen ein neues Klassenzimmer für eine Primaryschool. Die Bedingungen waren sehr einfach, denn wir hatten nur einige Schaufeln und Schubkarren zur Verfügung.




Wir lebten dort in der Dorfgemeinschaft in einem typischen, afrikanischen Haus gegenüber der Schule im Dorf Machakata, 10km von Gokwe. Ohne Strom und fließendes Wasser kochten wir typisches simbabwisches Essen – Sadza, ein Maismehlbrei – auf dem Feuer und genossen die gemeinsamen Abende mit dem Singen und Tanzen afrikanischer Volkslieder.



Der dritte Teil unserer Reise führte uns dann nach Bulawayo, die 2.größte Stadt Simbabwes, südwestlich von Harare gelegen. Dort standen Besuche des SOS- Kinderdorfes und des Behindertenheims und Aidswaisenhaus King George Center auf dem Programm, für die wie ebenfalls jeweils kleine Geldspenden hatten.

Besonders das King George Center hat uns beeindruckt, denn auch hier kümmerten sich die Betreuer unheimlich gut um die Kinder und man spürte die Lebensfreude, die in diesem Haus herrschte.
Ein blindes und taubes Mädchen spielte uns auf dem Klavier vor und Kinder im Rollstuhl spielten Basketball. Diese Ereignisse überzeugten uns sehr vom Nutzen des King George Centers.

Die restlichen 4 Tage in Bulawayo standen überwiegend unter touristischen Aspekten: Wir erkundeten die Stadt, kauften Souvenirs und besichtigten das National History Museum.
Nach knapp einer Woche verließen wir die sehr europäisch wirkende Stadt Richtung Hwange Nationalpark. Wir sahen Elefanten, Giraffen, Affen, Nashörner, Nilpferde, den Zimbabwevogel und und und...

Nach zwei Tagen brachen wir wieder auf und fuhren noch weiter nördlich zu der Grenze Zambias, zu einem weiteren Highlight unserer Reise: Die Victoriafälle. Die bis zu 500m hohen und bis ca. 60km weit sichtbaren Fälle stürzen in den Zambezi, der die Grenze zu Zambia markiert.

Den ersten Tag verbrachten wir an den Vicoria Fällen, aber auch der zweite Tag stand unter dem Motto Wasser, wir machten Rafting. Abends ging es dem Zug und der Bahn zurück nach Harare, für die 800km lange Reise benötigten wir 24 Stunden. Am 28.07. starteten wir morgens wir in Harre Richtung Frankfurt, wo wir kurz vor Mitternacht landeten.

Als Fazit können wir jedem eine solche Reise ins Workcamp nur empfehlen, es ist auf keinen Fall "Erholungsurlaub", jedoch sieht man unglaublich viel und lernt gerade durch das Workcamp Land und Leute richtig kennen! Beeindruckt haben uns vor allem die positive Lebenseinstellung der Landsleute, obwohl die Situation im Land gespannt ist. Auch wenn das einfache Leben in der Armut nicht einfach ist, ist es jedoch auf jeden Fall eine Erfahrung wert, eine ganz andere Kultur kennen zu lernen!



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